Sonntag, 31. Mai 2015

Gedankenkarussell trifft Gefühlschaos


Lene ist eingezogen! 


Lene ist 7 Wochen alt und wird ab sofort mit meiner 2-jährigen Lotte zusammen leben. Lotte hatte vor einer Woche plötzlich ihre Partnerin verloren. Da Rennmäuse sehr soziale Tiere sind, war für mich klar, dass ich ihr schnellst möglich neue Gesellschaft besorgen muss. 

Vor zwei Tagen telefonierte ich mit einer Züchterin aus der Nähe. Das war sehr aufregend, denn ich bin ja überhaupt nicht der Typ, der gerne mit Fremden telefoniert.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Die Freiheit der eigenen Entscheidungen

...oder auch mein inneres Kind rebelliert
Am Strand (Helene Souza / pixelio.de)

Es gibt diese Momente in meinem Leben, in denen die kleine Annie sich auf den Boden schmeißt, mit den Fäusten auf den selbigen trommelt und laut heraus schreit was ihr nicht passt. Jedem mit einem Kleinkind werden diese Situationen in unterschiedlichem Ausmaß bekannt vorkommen. Bei mir handelt es sich um ein inneres Phänomen, welches nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Die kleine Annie schreit nur in seltenen Fällen wirklich durch meinen Mund in die Welt hinaus. Viel eher bäumt sie sich auf und erzeugt trotzige Gedanken und Gefühle.

In den letzten vier Wochen gab es drei Situationen, in denen mir der Trotz meines inneren Kindes bewusster geworden ist.

Montag, 25. Mai 2015

Die Sache mit den Listen

Des einen Segen, des anderen Gräuel - To Do Listen
Für manche Menschen, auch für mich, sind sie ein sehr hilfreiches Instrument sich zu strukturieren und nichts zu vergessen. Dann gibt es wiederum diejenigen, die mit solchen Listen rein gar nichts anfangen können.

Ich habe mir heute seit längerem wieder einmal eine To Do Liste und einen Wochenplan für die kommende Woche angefertigt. In den letzten Jahren habe ich einige unterschiedliche Formate an Listen ausprobiert - unsortierte, nach Wichtigkeit sortierte oder kleine Kärtchen, die ich je nach Dringlichkeit in drei Stapel aufteilte. Am Effektivsten ist für mich die nach Wichtigkeit sortierte Liste. Apps für das smartphone bringen mir dagegen rein gar nichts. Ich neige dazu unangenehme Dinge einfach wegzuklicken und nicht mehr anzuschauen. Ich benötige meinen Plan auch direkt vor Augen. Am besten dort, wo ich mich im Laufe des Tages am meisten aufhalte.

Samstag, 23. Mai 2015

Was....es ist schon wieder Zeit zum Aufstehen?

Ein Schlafrhythmus ist bei mir so vorhanden wie eine Welt, in der alle Menschen tolerant miteinander umgehen und keiner dem Anderen bewusst Schaden zufügt - sprich GAR NICHT

Schlafprobleme sind bei Depressionen nichts ungewöhnliches. Sie können sich durch folgende Symptome äußern (Müller-Röhrich, et. al. (2013); Schattendasein - Das unverstandene Leiden Depression; Springer Verlag; Heidelberg):
  • nächtliches Früherwachen ohne erneutes Einschlafen
  • erhöhtes (abnormes) Schlafbedürfnis
  • Einschlafprobleme durch negative (Grübel-)Gedanken

Donnerstag, 21. Mai 2015

Error - das System ist überlastet!

Dieser Tag war emotional so turbulent - ich muss ihn erstmal richtig verarbeiten. Gerade weiß ich nicht was ich fühle und wo ich stehe. Die Realität zieht an mir vorüber- ich bin gefühlstaub.

Das Gefühlschaos fing heute morgen an. Ich hatte mir vorgenommen zur Uni zu fahren um an meinem ersten Kolloquium für meine Abschlussarbeit teilzunehmen. Dies ist ein 14-tägiges Treffen, bei dem wir alle Fragen besprechen können, die beim Schreiben auftauchen. Als ich in der Straßenbahn saß, hatte ich wirklich ein grummeliges Gefühl im Bauch und sehr viele Gedanken im Kopf. Zum Glück saß gegenüber von mir eine Mutter mit ihrem Kleinkind. Der Junge hat mir ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Er saß dort mit seinen vier Zähnchen, lachte mir zu, spielte mit seinen Händchen verstecken, in dem er sie vor die Augen hielt und wieder wegzog, lachte wieder und hat dann winke winke gemacht. Das war echt eine schöne beruhigende Erfahrung.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Bitte sprechen Sie nach dem Signalton ... Piep! - Therapiesuche 2.0

... SCHWEIGEN

Ich mag keine Anrufbeantworter. Deshalb vermeide ich es auf eben solche zu sprechen. Natürlich habe ich selbst einen und bin jedes Mal froh, wenn der Anrufer nicht direkt wieder auflegt, sondern mir mitteilt, was er denn von mir wollte.

"Annie, du musst dir eine Therapie in deiner Stadt suchen!"

Ja, das muss ich wohl...wären da nicht diese Anrufbeantworter, die schon leise lauernd auf mich warten. Es ist für mich nachvollziehbar, dass die Telefone in einer Psychotherapiepraxis nicht dauerhaft besetzt sein können, damit ich auch jederzeit anrufen kann, ohne Gefahr zu laufen auf einen dieser Apparate sprechen zu müssen.
Naja gut, ich spreche eigentlich nie darauf.

Montag, 18. Mai 2015

Wie ich ein Stück von meinem Selbst wiederfand

Wer wohnt denn wo??
Heute genau vor 4 Jahren saß ich um diese Uhrzeit im Flugzeug nach Montana. Es war eine aufregende, lange Reise mit zwei Umstiegen innerhalb der Staaten. Das erste Mal bin ich ohne eine Reisebegleitung mit dem Flugzeug über den großen Teich unterwegs. Neben der riesigen Nervosität und Angst war ich auch verdammt neugierig, was mich dort wohl erwarten würde.
Aber bevor ich von meinem Aufenthalt erzähle, möchte ich gerne auf die Vorgeschichte eingehen.

Sonntag, 17. Mai 2015

Ist es zu viel verlangt ... ?

Ich habe gerade zwei Postkarten zum Verschicken fertiggemacht - eine für meine beste Freundin und eine für eine Bekannte, die sich gerade in einer psychosomatischen Klinik befindet. Mir macht es unheimlich Spaß kleine Freuden im Alltag zu bereiten. Freut sich der Empfänger, freue auch ich mich. Dadurch fühle ich mich ein Stück weit wahrgenommen. Postkarten sind heutzutage total außer Mode geraten. In der Welt von Smartphone und Internet wird lieber eine Nachricht über die sozialen Medien verschickt, um sich möglichst schnell und bequem mitzuteilen. In meinen Augen eine Entwicklung, die ich sehr bedaure. Mich freut es viel mehr eine persönliche, handgeschriebene Karte mit schönem Motiv zu erhalten als über Twitter ein Foto auf meiner Timeline zu sehen oder eine kurze WhatsApp Nachricht mit "Wie geht es dir?" zu erhalten. Eine Postkarte aussuchen, sie individuell zu gestalten und dann zu versenden kann kein Post bei Facebook und Co ersetzen.

Freitag, 15. Mai 2015

Der Anfang vom Ende - oder auch die Odyssee meines Abschlusses

Die nächste große Herausforderung meines Lebens - meine Bachelor Thesis - steht vor meiner Tür um höflich anzuklopfen. Wobei das nicht so ganz richtig ist. Eigentlich steht sie bereits seit einem Jahr vor meiner Tür, klingelt Sturm und lässt sich durch mein beharrliches Nicht-Öffnen auch nicht verjagen.
Als ich im Sommersemester 2012 im zweiten Anlauf mit meinem Studium begonnen habe, war ich sehr motiviert dieses richtig schnell durchzuziehen. Ich kam gerade gestärkt aus den USA zurück und war mir mehr als sicher, dass ich es doch nochmal mit der sozialen Arbeit versuchen möchte. Auch wenn die Uni eine gewisse Art des Bulimie-Lernens verlangte - schlucken, verdauen, ausspucken - kam ich sehr gut mit, konnte sogar einige Module vorziehen. Ich errechnete optimistisch welche Zeit ich gegenüber den RegelstudentInnen einsparen könnte. Durch meinen ersten Versuch Sozialpädagogik an einer anderen Hochschule zu studieren wurden mir zwei Module anerkannt - wobei das eher lächerlich ist, wenn ich mir überlege, dass ich bereits mein Vordiplom in der Hand halte. Mein Ausflug in die spanische Sprachwissenschaften wurde ebenfalls belohnt, so dass ich ein weiteres Modul verrechnet bekam.
Also los Annie - 4 Semester to go!

Dienstag, 12. Mai 2015

Hilfe, wo ist der nächste Notausgang?

Seitdem ich meinen Blog vor zwei Tagen begonnen habe, dreht sich mein Denken sehr häufig um mein neues Projekt. Mir fiel heute auf wieviel Zeit meines Tages ich mich gedanklich damit beschäftige, was ich hier als nächstes von mir preisgeben könnte. Es gäbe sehr vieles, was auf dem virtuellen Papier niedergeschrieben werden mag. Hauptsächlich Themen, die ich vernünftigerweise in eine Therapie einbringen müsste. Mir ist außerdem bewusst, dass ich nicht gleich mit einem endlosen Roman (es wäre auf alle Fälle ein Bestseller - so viel sei gesagt) einsteigen kann, da dies wahrscheinlich nicht nur mich sondern auch meine Leser überfordern und auch verwirren würde.

Montag, 11. Mai 2015

Der Himalaya beginnt vor meiner Wohnungstür

Der Himalaya ist eine 3000 km lange Gebirgskette zwischen Indien und dem Tibetischen Hochland. Unter anderem befindet sich dort der höchste Berg der Erde - der Mount Everest! Wenn ich mir die Ausmaße dieser Landschaft vorstelle, kann ich das gedanklich gar nicht richtig erfassen und begreifen, weil es überwältigend sein muss. So ähnlich geht es mir gerade mit meinem Leben. Ein riesiger Berg an Aufgaben, der bestiegen werden möchte. Nur genau wie bei einem Aufstieg auf den Mount Everest, kann ich nicht einfach blindlings losziehen und dazu von mir selbst noch erwarten den Gipfel jubelschreiend in Rekordzeit zu erreichen. Das ist allerdings das Problem!

Sonntag, 10. Mai 2015

Meine Sonnenstrahlen


Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, ob ich für mich einen Blog erstellen soll, in dem es um meine Sorgen, Nöte, Ängste, Zweifel, aber auch um meine Interessen und kleinen Freuden gehen soll. Seit einiger Zeit gehe ich gemeinsam mit der Diagnose "Depression" meinen Lebensweg. Schreiben hat mir bisher immer geholfen zu mir selbst zu finden, mir gegenüber ehrlicher und offener zu sein. Mein Tagebuch habe ich trotzdem seit langer Zeit nicht mehr angerührt. Mir fehlt einfach die Motivation mich mit einem Stift hinzusetzen und meine Gedanken fließen zu lassen. Manchmal fühlt es sich an, als ob mein Stift einfach nicht schnell genug für meine Gedanken ist oder ich sitze gequält vor dem Papier und weiß keinen einzigen Satz zu schreiben. Tippen ist mehr mein Element, da ich schneller bin und Gedanken sprudeln lassen kann, sobald sie auftauchen. Ich weiß nicht, ob ich mit dem Blog überhaupt jemanden erreiche, aber vielleicht findet sich der Ein oder Andere in meinen Beschreibungen wieder, geht mit mir ein Stück gemeinsam auf meinem Weg. Es würde mich sehr freuen!