Mittwoch, 15. Juli 2015

Auf der Reise...

Jeder von uns geht bekanntlich seinen eigenen Lebensweg. Manchmal spazieren wir gemächlich für uns alleine, manchmal sprinten wir drauf los und manchmal legen wir einige Abschnitte gemeinsam mit anderen Menschen zurück. In den letzten Wochen hatte ich eine Menge Wegbegleiter um mich herum, für die ich sehr dankbar bin. Wir gingen mit federnden, schnellen Schritten, den Wind in den Haaren, die Wangen gerötet mit hechelndem Atem. Kein Hügelchen konnte uns aufhalten, kein Hindernis unseren Weg versperren. Ab und zu spürte ich ein spitzes Steinchen in meine Fußsohle zwicken, aber nichts worüber ich mich sorgen musste, denn wir liefen unbeschwert weiter. Von Zeit zu Zeit stellte ich mir die Frage wer mir diese absolut genialen Wanderschuhe geschenkt hat; oder ob ich sie vielleicht sogar einmal selbst irgendwann irgendwo  besorgt habe ohne mich daran zu erinnern?!



Der Zeitpunkt zum Innehalten ist gekommen. Während die Landschaft um mich herum vorbeirauschte, so dass ich sie nur noch in bunten, wirbelnden Schlieren wahrnahm, habe ich ein wenig den Blick auf das Wesentliche verloren. Es ist ein schönes Gefühl ohne Anstrengung, dazu mit guter Begleitung, einen Weg zu bestreiten - keine Frage! Nur ich sollte besser wissen, dass ich mit meiner Energie haushalten muss. Es ist erlaubt auf dem Weg inne zu halten, den Duft der Natur zu schnuppern, den Geräuschen der Tiere zu lauschen, die Brise des Windes auf der nackten Haut zu spüren, sich voll und ganz einfach nur wahrzunehmen. Das geht nicht, wenn wir nur vorwärtsjagen um endlich an einem Ziel anzukommen. Welches Ziel überhaupt? Das einzige Ziel des Lebens wird irgendwann der Tod sein. Bis dahin sind wir fortwährend in Bewegung.

Ich werde mich jetzt auf diesen wunderbaren Stein setzen, die Schuhe etwas lockern, die Füße entspannen und mein Gesicht in die Sonne strecken - Pause einlegen.

Eure Annie

Kommentare:

  1. Liebe Annie, den Nachmittag heute mit dir empfand ich als eine angenehme Mischung zwischen Laufen und Rasten. :-) Auf dem Rückweg musste ich am Bahnhof eine halbe Stunde rasten, weil die Bahn nicht eher kam. Egal. Am Bahnhof gibt es seit einem Jahr oder so Anzeigetafeln. Ein Zitat von Bertold Brecht wurde eingeblendet: "Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte." Ich denke, er hatte Recht. Liebe Grüße Sarah

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    1. Liebe Sarah,
      ich danke dir für deinen Kommentar und kann mich dem nur anschließen! Gestern in Bewegung, heute wieder etwas ruhiger. Wie die gleichmäßigen Wellenbewegungen des Meeres. Das Zitat von Brecht hat wirklich etwas Wahres. Die Schwärmerei für alles "lebendige" in der Natur kommt von der Annahme der Biophilie Hypothese. Falls du mehr darüber erfahren magst, gebe ich dir gerne einen Abschnitt meiner Abschlussarbeit :-)
      Annie

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